ROMANTISCHE GEDICHTE
Dein Herz willst Du mir geben ?
1)
Dein Herz willst Du mir geben ?
Was fang`ich damit an?
Meinst du, es reicht zum Leben ?
Ich such`nen reichen Mann !
2)
Schenk`doch Dein Herz `ner andern,
die sich dann freuen kann.
Ich kann da nichts dran ändern,
ich such`nen reichen Mann !
3)
Ein Herz kann nicht bezahlen
den Schneider, und was dann ?
Vielleicht willst Du mir malen;|
das Bild vom reichen Mann !
4)
Ich denke so vom Leben;
wenn einer zahlen kann,
so schenke ich mich eben
dem guten reichen Mann.
5)
Nun mach`Dir keine Sorgen,
schau Dir die Welt erst an,
und hast Du was erworben,
bist Du für mich der Mann!
© Hugo Schröder

Deine Hände will ich halten
1)
Deine Hände will ich halten
fest in Deine Augen seh`n,
soll die Liebe nicht erkalten
mußt Du immer zu mir steh`n.
2)
Oft schon trieb das Leben mich
durch die weite Welt;
doch ich kann vergessen nicht,
was mir hier gefällt.
3)
Sollen in der Ferne mir
Gold und Ehren winken,
möchte ich doch lieber hier
Dir zu Füßen sinken.
4)
Wenn dann Deine zarte Hand
über`s Haar mir gleitet,
spüh`r ich, daß ein festes Band
immer uns begleitet.
5)
Ewiglich mein Herz verbunden
mit dem Deinen, ewiglich.
Was ich sucht, hab ich gefunden,
Liebe, ewig lieb`ich Dich !
© Hugo Schröder

Ohne Titel
1)
Aufwärts drängen, vorwärts streben
nicht verzagen, nicht zurück,
ist auch schmal der Weg ins Leben,
nicht zum Abgrund wend`den Blick.
2)
Willst du Brücken bauen
und recht sicher geh`n,
mußt` auf Gott vertrauen
und nicht bangeflehn`.
3)
Mußt dich selber kennen,
mußt dich selbst verstehn`,
mußt dir selber helfen,
fest am Boden steh`n.
4)
Schau` der Sonn`entgegen,
halte rein dein Herz
und es wird sich legen,
auch der größte Schmerz.
© Hugo Schröder

1)
Vergesse mich ! Ein hartes Wort.
Ich sag`es Dir, denn ich muß fort !
Denk`nicht an mich! Wie leicht gesagt.
Nur einer kann`s, der nach nichts fragt.
Ich sagès auch, weil es muß sein,
denn meine Liebe bringt nichts ein !
2)
Es reift die Frucht am Baume nicht,
wenn Wolken vor der Sonne, sich
stehts immer neu entfalten.
Wenn Regen, Sturm und Ungemach
des Lebens Mark, so nach und nach
in Moder muß zerspalten.
3) Wie oft gezauderet habe ich,
nun wird das Herz mir bang.
Ich gehe fort und lasse Dich,
Du denkst, wo bleibt der Dank !
4)
Nein, jetzt verstehst Du mich noch nicht,
ich weiß, mein Tun ist hart;
ich sehe Schmerz in Dein Gesicht,
ach, blieb mir das erspart.
5)
Wieviele unsangbare Müh`
hast Du um mich ertragen
von früh bis spät, von spät bis früh,
nun wird es mich anklagen.
6)
Ich woll`t, Du könnt`st mich hassen
und ließest dann mich stehn,
wie leicht könnt ich dann lassen
von Dir und würde geh`n.
7)
Dann würd`ich um Dich werben,
als kenne ich Dich nicht:
"Würd`ohne Sie sonst sterben !"
sprech`ich "Oh liebe mich !"
8)
Du neigst Dich dann hernieder
und lächelst mild dabei:
"Mein lieber Freund, nie wieder,
die Zeit, die ist vorbei !
9)
Nur einmal habe ich geliebt,
nun schweigt mein Herz für immer,
und das, was mir noch blieb,
das reicht dafür nimmer."
10)
Du gehst dann fort, ich bleib zurück,
und mit Dir fort, geht auch mein Glück.
So plötzlich wird es mir dannk klar,
daß es die große Liebe war.
11)
Nun, so werd`ich danach streben,
mich verbinden Deinem Leben
und Dich nicht verlassen.
12)
Trittst Du nun zu mir herein,
werde ich sehr glücklich sein,
nie mehr von Dir lassen !
© Hugo Schröder
1)
Warum weinst Du, schönes Kind ?
hat er Dich verlassen ?
Hat er mit dem Frühlingswind
Dich allein gelassen ?
2)
Weine nicht ! Ich tröste Dich,
trockne Deine Augen
denn Dein schönes Angesicht
kann ein Herz schnell rauben.
3)
Weißt Du nicht, wie schön Du bist ?
Soll ich es Dir sagen ?
Und wie mir ums Herze ist,
sag mir; soll ich`s wagen ?
4)
Deine Schönheit ist der Glanz
junger Blüte Leben,
und Dein Gang ist wie ein Tanz,
wie ein leichtes Schweben.
5)
Anmut, Grazie und Scharm,
Psyche Dir verliehen.
Schön die Brust und Kopf und Arm,
alles wohl gediehen.
6)
Wohnet auch in Deiner Brust
noch ein bitt`rer Schmerz,
laß Thor doch seine Lust,
und schenk`mir Dein Herz.
7)
Hier mein Herz, Du sollst es haben.
Dein bin ich für immer.
Meine Liebe soll Dir sagen;
ich verlass Dich nimmer !
© Hugo Schröder
1)
Will mal etwas nicht gelingen
und Dein Mut will schwinden Dir,
oder weil in allen Dingen
jeder schließt vor die Tür,
darfst Du nicht verbitteret sein
und nicht weinend klagen,
laß`kein Haß ins Herz hinein,
mußt es topfer tragen.
2)
Trägst Du nun des Kummers Bürde
mit gebeugtem Rücken,
siehst Du unter aller Würde
and`re auch sich bücken.
Diese schmeicheln alle Liebe,
Treue und Ergebenheit,
doch es sind Heuchler, Diebe,
und es ist Verlogenheit.
3)
Meine last, die will ich tragen
mit stehts frohem Herzen,
und sollt`Dich das Schicksal schlagen,
lindern Deine Schmerzen.
4)
Ewiglich ist nicht`s auf Erden,
was der Mensch geschaffen,
darum wird auch jenes werden,
was wir uns erhoffen.
5)
Was aus Liebe wird entspringen
und durch sie getragen,
keimt einst auf und wird gelingen,
königlich, in allen Dingen,
liebend überragen !
© Hugo Schröder
Midi: "Valses Sentimentales, op.50
Composer: Franz Peter Schubert
Sequencer: Segundo G. Yogore
(http://www.kunstserfuge.com)
Art: "The Swing"
Artist: Jean Honoré Fragonard
(www.sanford-adventures.com)