GEDICHTE von HUGO SCHRÖDER
Es
steht ein Haus am Bergeshang,
umgeben von Zypressen,
die Zeit ist kurz, der Weg ist lang
ich kann es nicht vergessen.
In
diesem Haus, da wohnt mein Lieb',
ich wart' auf sie seit Jahren,
Wie war ich froh als sie mir schrieb,
das wir einst glücklich waren.
Geliebte,
du, ich kehr zurück,
ich werd' dich ewig lieben,
dann wohnt bei uns das höchste Glück,
das einem Mensch' beschieden.
Nie
kehr' die Sorge bei uns ein,
nie soll uns Gram betrüben,
wir wollen immer glücklich sein,
den Kummer stets besiegen.
Mag's Leben auch mal bitter sein,
nimm's von der heit'ren Seite,
es ist nicht immer Sonnenschein,
wie
gestern und wie heute.
©
Tage der Jugend vergehen,
nie kehrt die Freude zurück;
was mir auch schenkte das Leben,
verloren bleibt für mich das Glück.
Einmal noch möchte
ich träumen,
träumen vom Glück, jetzt im Schmerz.
Immernur könnte ich weinen,
verlassen bleibt immer mein Herz.
Tage veregingen und
Jahre,
alles verging mit der Zeit.
Sind auch nun grau meine Haare,
die Jungenderinnerung bleibt!
©
Gott
gab dir das beste Eisen,
Hammer, Amboss, Feuersglut,
damit sollest du beweisen,
deine Seel' und deinen Mut.
Nicht
zu spröde, nicht zu hart,
schmiede nach der rechten Art,
nicht zu scharf und nicht zu weich,
kennst' du die Formel, bist du reich.
Geht
der eine Schlag daneben,
trifft der and're vieleicht recht
und so geht's dir auch im Leben,
einmal gut und einmal schlecht.
Nun,
so schmiede dein Gewissen,
deine Seele, schmiede gut,
schmiede so das auch nicht's fehle,
noch ist Zeit, denn noch ist Glut!
©
Midi:
"Pavane pour une infant defuntunte"
Komponist: Maurice Joseph Ravel
Art:
"der Park"
Artist: Hugo Schröder